2020 – das Jahr der Ungewissheit und schnellen Entscheidungen

Autor: W. Achilles
28. Juli 2020: Es fand in Zerbst die 9. Offene Landesmeisterschaft Sachsen/Anhalt 2020 im Sommerbiathlon statt. Mutig organisiert wurde sie mit viel Bedacht bezüglich der Hygieneregeln von der Schützengilde Zerbst 1397. Eine mit 23 Sommerbiathleten aus 7 verschiedenen Bundesländern trotzdem verloren wirkende Wettkampfmöglichkeit in diesem Jahr.


Wie hatten wir uns schon auf das kommende Jahr gefreut. Ich schrieb 2019 an dieser Stelle über die Deutsche Meisterschaft 2019:
Aussicht
„Jetzt wissen wir, wie Sommerbiathlon geschrieben wird. Es werden erste Trainingspläne für das Winterhalbjahr ausgearbeitet und wir freuen uns auf das Jahr 2020.“
Pläne haben wir gemacht. Das Winterhalbjahr wurde auch genutzt. Eine neue Waffe, spezialisiert auf die Besonderheiten im Sommerbiathlon, angeschafft. Einmal kurz damit geschossen und, ja und dann war nichts.
Der 17. März 2020 ließ die Pläne sterben. Alles was sich bewegen und in Gemeinschaften seine Energie stecken wollte wurde zum Innehalten verdammt.
„Innehalten“
, ist kein so schlechter Ausdruck für die Auswirkungen des Corona Schlamassels. Man könnte auch den Ausdruck „Lähmung“ wählen. Machen wir aber nicht. Jede Veränderung, und sei sie noch so unangenehm, ist eine Gelegenheit darüber nachzudenken, ohne den gewohnten Alltag als Bremse. Das taten viele. So auch wir. Training musste zurückgefahren werden und anderes, oftmals seit langer Zeit liegen Gelassenes, wurde in Angriff genommen.
Dann kam die erste Nachricht. Die Schützengilde Zerbst 1397 e.V. lud zum Wettkampf ein. Kathrin meldete sich umgehend für den SV Hönow e.V. an. Zwei Tage später: Verspäteter Aprilscherz. Kein Wettkampf! Behörden mögen ihn nicht.
Kurze Zeit später, ja, in Zerbst findet die 9. Offene Landesmeisterschaft in den Disziplinen Einzelwettkampf Sprint LG und KK über jeweils 6 km Laufstrecke und dazwischen 2 mal liegend; 2 mal stehend frei Luftgewehr 10 m und KK 50 m für 2020 mit neuem Termin statt. Meldeschluss in zwei Tagen!

 

Wieder angemeldet: Sonntag 28. Juni 2020 – in aller Frühe auf nach Zerbst.
Wir fanden hier einen schönen Trainings- und Wettkampfort mit Historie vor. Dann, nein nicht das Gewohnte. Diesmal war es anders. Wenige Organisatoren, die mit großem Einsatz alles Regel gerecht vorbereiteten. Das Wettkampf Regelwerk wurde schon fast Nebensache, dank der Disziplin der Teilnehmer im Umgang mit dem Sportgerät (Waffen). Dominanz des Einhaltens von Abstandsregeln und Corona gerechtes Verhalten bestimmten das Geschehen. Wenige Teilnehmer und die auch noch aus verschiedenen Landesverbänden stellte sich eine Ursache gewisser Unsicherheit beim Zusammentreffen dar. Denn jedes Bundesland regelt den Kampf mit Viren anders. Ist schon interessant, wie Fachleute festgestellt haben wollen, dass in Brandenburg das Virus anders bekämpft werden muss als in Berlin, Sachsen oder Nordrhein-Westphalen.


Ein Gedanke, der nur bedingt das Wettkampfgeschehen tangiert:
Kann es normal sein, dass unsere Gesellschaft bereits bei einer Veränderung unfähig ist, Entscheidungen zu treffen? Zitat aus mehreren verschiedenen Sportverbänden: Verhaltensregeln, Verhaltensregeln und am Schluss … das müssen die Vereine selbstständig mit ihrem Gesundheitsamt regeln! Na, dann brauchen die Vorstände auch keine Anleitung von oben. Verzeihung für die bissige Ironie.
Eine Handvoll Männer und wenige Frauen treten an zum Einzelstart KK 6 km. Die kleine Gemeinschaft aus Wettkämpfer/-innen und Kampfrichtern/Innen und wenige „Betreuer/Innen“ wurde durch eine harmonische Atmosphäre getragen. Es war deutlich erkennbar, dass alle Probleme hatten. Es war für keinen der Teilnehmer ein im Sinne der zielgerichteten Trainings- und Wettkampfvorbereitung sicheres Herangehen. Das Laufen fiel den meisten schwer. Nur wenigen stand die Freude dabei im Gesicht.

Die Trefferergebnisse KK zeigten auch, dass es weniger Übungseinheiten auf den Schießständen gegeben hat.
Nach der Siegerauswertung des KK Durchgangs folgte der Start 6 km Luftgewehr. Wieder ein kleines Teilnehmerfeld bei den Herren und eine Schwalbe (genannt Kathrin).
Anmerkung: „Da hätten wir ja – bei Kathrin als schlechteste der 5 Frauen – auch mitmachen können“ urteilte die Weiblichkeit der ersten Disziplin. Nun kann man geteilter Meinung sein: Ist der erste Platz und Erhalt der Goldmedaille anerkennenswert, da 4 potenzielle Teilnehmerinnen als Zuschauer anwesend waren oder nicht?
Interessant ist allerdings, dass Kathrin ein deutlich besseres Ergebnis (schnellere Laufleistung und höhere Trefferquote) im LG gegenüber KK zeigte. Die Ursache ist schnell gefunden: Das Lauftraining wurde durch Corona-Quarantäne nicht eingeschränkt. Mit dem LG konnte im Heimtraining ausreichend trainiert werden. Damit ist die Platzierung wieder im Gespräch. Es hätten die anderen Frauen auch starten können und das Ergebnis wäre ungewiss, denn laufen und Kondition sind nochmals ein getrenntes Paar Schuhe.
Zusammenfassend: Unter erschwerten und ständig wechselnden Bedingungen einen Wettkampf sicher zu bewältigen, ist für die Teilnehmer bestimmt eine Bereicherung an Erfahrung und Stärkung der Nervenkraft gewesen.
Überlegen sollten die Vereine, ob noch andere Faktoren als nur das Corona-Virus Schuld am Mangel von Teilnehmerinnen in unserem Sport, speziell in den höheren Kalibern, sind.
siehe auch: https://www.volksstimme.de/sport/lokalsport/zerbst/biathlon-sommerbiathlon-gold-und-zweimal-silber

Impressionen zur Deutschen Meisterschaft im Sommerbiathlon 2019

2019 DM Sonnenburg
Sommerbiathlon

Kathrin Achilles wurde mehrfach angesprochen, über die Erlebnisse zu den Deutschen Meisterschaften im Sommerbiathlon KK-Gewehr  vom 30.08. bis 01.09.2019 zu berichten. Sie kam zu mir und fragte: „Was soll ich denn erzählen? Ich war mit mir beschäftigt.“ Also übernehme ich als ihr Betreuer diese Arbeit. Gemäß der Sportordnung des DSB gehört der Sommerbiathlon als Disziplin dazu, auch wenn es vielen Schützen scheinbar nicht bekannt ist. 
Dr. Braatz, im Orientierungslauf zu Hause, wurde vom Brandenburger Schützenverband gebeten, als Referent die Disziplin Target Sprint und Sommerbiathlon im BSB aufzubauen. Eine großartige Sache der gemeinsamen Auffassung. So nahm der MCK e.V.  alsfremder, nicht im Schützenbund organisierter Verein den Kontakt zu ihm auf, besuchte Trainingseinheiten und Wettkämpfe 2019. Es konnte nicht geahnt werden, dass Kathrin Achilles sich hier für die Deutsche Meisterschaft qualifizierte. Der MCK e.V. kümmerte sich um andere Dinge. Also entsendete sich Kathrin selbst als Vertreterin ihres Schützenvereins „Hönow e.V.“. Es ergab sich, dass der Brandenburger Schützenverband eine Delegation für die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft in geforderter Mindestteilnehmerzahl aufstellen konnte.
Der Austragungsort war Sonnenburg. Ein Skigebiet im Oberharz mit weitläufigen Pisten, gut ausgebauten und modernen Biathlon-Schießanlagen in freier Natur. Damit kam auch das Entsetzen. Wenn jemand mal live die Zerstörung unseres Lebensraumes, dem Wald, als grüne Lunge, erleben möchte, dann fährt er in den Harz. Der Wald sah dort schlimmer aus als 1989 in Oberwiesental und der Sächsischen Schweiz. Einheimische und eigene Recherchen stellen fest, dass das Sterben und dessen Ursachen seit den 80 iger Jahren bekannt sind. Vermutlich ist man mit Studien, Kommissionsbildungen und Schuldzuweisungen voll ausgelastet, sodass niemand da ist, der arbeitet, geschweige denn praktische Aufforstung betreibt. Unzählige Menschen sitzen in der Sonne in „Hüttengaudi-Schnellabfertigungs-Mitropa`s“ um Aussichtsplattformen herum. Der grässliche Anblick scheint Niemandem etwas auszumachen-Hauptsache alle haben Spaß. Dieser Eindruck umfasst den äußeren Rahmen.
Was geschah während der Deutschen Meisterschaft?
Am Freitag, dem ersten Tag der Deutschen Meisterschaft, fand gegen Mittag ein Training für alle Teilnehmer statt. Die Deutsche Meisterschaft startete nachmittags mit den Staffeln. Immer drei Starter eines Landes traten als Staffel gemeinsam an. Da die Brandenburger Delegation keine dritte Dame hatte, fiel für die beiden Frauen der Staffellauf aus. Was allerdings für uns als Neulinge sehr positiv war. In Ruhe konnte das Prozedere studiert werden. Es gibt doch starke Unterschiede innerhalb der Disziplinen lt. Sportordnung.
Eindrücke
Wie auch sonst bekannt, wurden vor dem Wettkampf alle Waffen inspiziert. Dann allerdings etwas gewöhnungsdürftig: Die Waffen mussten in der „Schweigezone“ quer zur Feuerlinie in einer Reihe von beiden Seiten in Regale abgestellt werden. Egal, welcher Wettkampf durchgeführt wurde und wann du dran warst. Vom Start bis Ende der Deutschen Meisterschaft verblieben die Waffen im Ständer. Kann sich einer vorstellen, dass nach zwei Stunden schon genau hingesehen werden muss, welche der rund 300 Waffen deine war?
Die Kontrolle
Ein bestimmtes Abzugsgewicht muss nachgewiesen werden, die Visierung wird geprüft und das Gewicht der Waffe. Das Einzellader-KK-Gewehr von Kathrin bestand mit einem gewissen Mitleid die Prüfung. Es begann das Einschießen als Training, die Scheibe zu treffen. Die Wettkämpfer machten eine gute Figur. Ein bisschen komisch waren die Betreuer, Trainer bzw. Coachs. Argwöhnisch musterten diese jeden Teilnehmer, speziell wenn Unbekannte dabei waren und Kathrin war eine. Man will ja wissen, ob diese zur Konkurrenz werden. Schließlich geht es um den Sieg-koste es, was es wolle.
Mitten drin
Am Schießstand und dem Lauf-Parkour waren beidseitig der Wettkampfstrecke Zuschauer, Angehörige, Freunde der Teilnehmer, Betreuer und, nennen wir sie „Fan-Fanatiker“ verteilt.
Ich glaube so mancher am Rande würde sich schämen, sähe bzw. hörte er sich im Film. Es wurde schon mal mancher Wettkämpfer angebrüllt, und zwar nicht sehr höflich. Nur das eigene Team zählt. Hier bewährt sich ein dickes Fell und schlechte Ohren, sowie eigenes gutes Benehmen. Ganz ehrlich, solch eine Diffamierung einiger Zuschauer gegen die Athleten/in haben wir selten erlebt. Die positiven Zuschauer waren zwar in der Mehrzahl, aber unterlegen, da nicht stimmgewaltig.
Es geht auch anders
Mitleidig wurde Kathrins Einzellader beäugt, nachgemessen und belächelt. Kathrin kämpfte gerade mit dem Versuch, möglichst schnell die Scheibe zu treffen, trotzdem waren die Mehrlader deutlich schneller. Beim Abstellen des Gewehrs klopfte ihr eine „Konkurrentin“ aus Schleswig-Holstein auf den Rücken und fragte, was für ein Gewehr sie denn da hätte. Ich bekam es mit der Angst. Kathrin bot einen Anblick wie kurz vom Explodieren. Durch die äußeren Umstände gestresst, lud sie innerlich durch, um eine entsprechende Antwort auf eine so dämliche Anspielung zu geben. Die „Konkurrentin“ jedoch bot ihr ein Ersatzgewehr mit den Worten an: „Ich fände es unfair, mit einem Einzellader gegen Mehrschuss-KK-Spezialgewehre anzutreten“. Und ergänzte noch scherzhaft: “Blöd natürlich, wenn du mich jetzt überholst.“ Angesichts der läuferischen Leistung bestand durchaus die Möglichkeit dazu. Kathrin testete die ersten Probeschüsse und war begeistert. Ein Handwerker, der die Wahl zwischen Amateur- und Profiwerkzeug bekommt, wird das sicher verstehen. Nach sorgfältigem Abwägen aller Für und Wider wurde mit der fremden Waffe angetreten. Ich hatte den Eindruck, dass sich daraus eine Freundschaft zwischen den Frauen aus Schleswig-Holstein und Hoppegarten entwickeln könnte. Am 2. Wettkampftag fanden die Massenstartwettkämpfe statt. Die Wettkämpferinnen einer Wettkampfklasse wurden in Wellen auf die Piste geschickt. 1km Geländelauf-liegend schießen-1km Geländelauf-liegend schießen-1km Geländelauf-stehend schießen-1km Geländelauf-stehend schießen-1km Geländelauf: 5 Kilometer Laufen insgesamt. Für jeden Fehlschuss eine Strafrunde von 70m (macht bei 5 Fehltreffern immerhin eine stolze Länge von 350m aus). Die Tücken liegen im Detail. Das Laufen war für Kathrin nicht das Problem, aber es fehlte die Routine des Schießens. Die Aufregung sorgte dafür, dass eine Patrone im Magazin blieb, während sie schon wieder loslief, um die Waffe im Waffenständer abzustellen. Zu Recht folgte die Disqualifikation. Und nun kam die zweite Überraschung.
Die Damen ihrer Wettkampfklasse trösteten, dass dieser Fehler ihnen auch schon passiert ist (selbstverständlich kann das Keiner verstehen, wie man so dumm sein kann) und fragten ängstlich nach, ob sie denn trotzdem am Sonntag zum Sprintwettkampf antrete. Natürlich war sie enttäuscht, aber aus Fehlern lernt man und Aufgeben ist nicht unser Stil. Das Problem bestand für die Damen: Wenn Kathrin sich zurückgezogen hätte, wäre die ganze Klasse gezwungen gewesen, in der jüngeren Damenklasse anzutreten, um deutscher Meister werden zu können. Und-ganz ehrlich-die jungen Damen und Herren legten bewundernswerte Leistungen hin, sowohl läuferisch als auch schießtechnisch. Es war auch ein optischer Genuss, sie während des Wettkampfes zu sehen. Wer da als „alte Dame“ vom Sieg träumt, sollte eine Therapie beginnen.
3. Wettkampftag und damit der Sprint-Wettbewerb
Diesmal wurden insgesamt nur 3 km gelaufen (dafür aber sehr, sehr schnell), einmal liegend, einmal stehend geschossen (wieder 70m Strafrunden bei Fehlschüssen). Am Start plauderte man in der Warteschlange noch ein wenig freundschaftlich miteinander und eine Teilnehmerin schilderte, sie musste mal eine Runde mehr um den Waffenständer laufen, da sie an ihrer Waffe im Waffenständer vorbeigelaufen war. Alle Teilnehmer haben eine festgelegte Position im Waffenständer. Wird umgedreht und zurückgelaufen: Disqualifikation. Bei insgesamt ca. 300 Teilnehmern ist das eine beachtlich lange Reihe. Auch Kathrin schmunzelte noch, wie so was überhaupt passieren kann – und – lief im eigenen Lauf super gut und zur Freude aller Zuschauer und Kampfrichter an ihrer Waffe vorbei. Trainingsmethodisch ist die Tatsache allgemein bekannt (bei ausgebildeten ÜL), dass zuerst die Konzentration darunter leidet, wenn die Ausdauer nachlässt. Beim Schießen keinen Fehler machen, die Waffe beim Rennen am Lauf anfassen, Lauf nach oben gerichtet, Schaft nicht greifen, Magazin erst an der Scheibe laden, nach Beenden des Schießens wieder entladen, Sprechverbot in der Schweigezone, keinen Mitläufer behindern,…- dann tapst man schon mal ins nächste Fetttöpfchen.
Wir freuten uns bei der Siegerehrung, dass es der sportlich außerordentlich fairen „Konkurrentin“ gelang, durch ihre Leistung den 3. Platz zu erreichen.
Aussicht
Jetzt wissen wir, wie Sommerbiathlon geschrieben wird. Es werden erste Trainingspläne für das Winterhalbjahr ausgearbeitet und wir freuen uns auf 2020.
Übrigens, der Vorteil beim Sommerbiathlon besteht darin, dass man keine 10 km laufen muss oder wie man oft hört: „Das war aber eine schlechte Zehn“ schießen können muss. Es muss halt nur die Klappe fallen, na, und das kann doch Jeder.

Autor: W. Achilles

Brief an einen Karateka

Vorwort: Ein Schüler stellte im Anschluss eines Gespräches über Literatur zum  Karate ergänzenden Selbststudium folgende Frage: Du hast mir verschiedene Bücher zum Lesen empfohlen. Jetzt mal einen Rat, in welcher Reihenfolge soll ich lesen?

Antwort: Gute Frage. Empfohlen habe ich dir die Reihenfolge des Lesens um die Bushidozeit in Japan für unsere (westliche) Welt erfassbar zu machen und ein Verständnis für das Karate zu entwickeln. Kannst du damit etwas anfangen? Sicher nur bedingt. Deine Antwort könnte etwa so lauten: „Sag mir doch einfach, welches Buch ich zuerst lesen soll!“

  1. Wenn vorhanden:“Taiko“. (wie auch immer geschrieben; das ist eine Frage der Übersetzung. wobei wir wieder bei den Irrtümern des Dialoges Ost/West bzw. Neuzeit/Altertum sind). Im Taiko wird die Geschichte eines einfachen Landsamurai beschrieben, der bis zum zweiten Mann (hinter dem Kaiser) im Staat, dem Shogun, aufsteigt. Du erfährst beim Lesen Hintergründe zur japanischen Gesellschaft des Mittelalters; über die zeitliche Folge der Dynastien und damit deren Entwicklung. Anschließend verstehst du, falls du so denkst wie ich, die anderen Bücher besser.

2. Mein vorangegangener Text (siehe oben) stellt in etwa die Antwort eines Meisters des Zen (Zen als Ursprung aller japanischer Kampfkünste, egal, woher sie die Japaner für sich adaptiert haben) auf die Frage eines Schülers dar. (Nur zur Klarstellung: Ich bin kein Meister, vielleicht auf dem Weg dahin. Die Antwort ist mein Versuch, dir Denkanstöße zu geben. Dein Gegenüber wird dir in den seltensten Fällen die Antwort geben, die du eigentlich erwarten würdest.) 

3. Fehlt in deiner Aufzählung das Buch über die Katze und andere Zen-Geschichten. Hier spricht ein Europäer (Graf Dürckheim) über das für die westliche Welt Unfassbare im Kontakt mit Zen. Es scheint eine mystische Welt ohne Sinn und Verstand zu sein. Demnach großer Unsinn. Das Problem: So idiotisch die Zentexte auch sind, und das sind sie aus unserer Auffassung über die Welt und die menschliche Gesellschaft hinaus: Hast du das Schwarze (Dreck) unter den Fingernägeln (Zen) begriffen, verfügst du über einen unschätzbaren Wettbewerbsvorteil gegenüber deinen Mitkonkurrenten in der Leistungsgesellschaft. Denn diese kommen mit dir nicht klar und umgekehrt. Wie entstanden denn möglicherweise die Zen-Texte? Denkfaule Schüler wollten Antworten auf dem Tablett serviert bekommen und ihren Meister beim Schlafen stören!

4. Nun wird das ganze Geschreibsel zur Karate-Lehreinheit: Frage deinen Trainer niemals ein zweites Mal, wie eine Technik geht, bevor du nicht 300-500 mal die erste Antwort geübt hast. (Natürlich kannst und sollst du fragen. Wundere dich nur nicht über die Antworten. Deshalb habe ich nur wenige, aber gute Schüler.)

5. Mach doch im Heimtraining, den ersten Schritt. Übe eine Technik, die dir gerade einfällt, zuhause 10.000 mal rechts und 10.000 mal links. Du kommst in die Absichtslosigkeit und wunderst dich nach einiger Zeit, dass mit dem Karate nicht verwandte Dinge dir plötzlich leichter fallen oder mit weniger Energieaufwand gelingen. Ach so, wir waren ja bei deinen Büchern. Beginne doch einfach mit dem Lesen; egal, welches Buch. Ungefähr nach 3 1/2 Jahren (im Karate etwa 5000 Techniken) stellst du fest, dass du immer häufiger auch mal ein anderes Buch zur Hand nimmst. Dann wirst du erkennen, dass du mich zur Beantwortung deiner Frage nicht brauchst. Du gibst nämlich einem deiner Schüler (das ist in meinen Zukunftsfantasien deine Entwicklung-Trainer von eigenen Gruppen) den Hinweis: „Wenn du die Möglichkeit hast, erst Taiko zu lesen, verstehst du die anderen Bücher leichter. Das ist jedenfalls meine Erfahrung.“ Deine Erfahrungen werden andere sein.

6. Zum Schluss noch einmal die 8 Worte deiner Frage: „Jetzt mal eine Buchempfehlung-welches war das Erste?“ 

Was hat der Flügelschlag eines Schmetterlings im 15. Jahrhundert mit dem Vulkanausbruch im 21. Jahrhundert zu tun? Dazu kurz die Chaostheorie studieren.

Ich wünsche dir viele Antworten.

Willfried Achilles

PS. Meinem ersten Trainer im Judo (Ich kenne noch seinen Namen, Jürgen Siebert, einfacher Maurer, junger Mann) stellten wir die Frage: „Sag mal, warum machen Sie das alles. Sie trainieren uns, begleiten uns zu Wettkämpfen, sind immer für uns da?“ Seine Antwort: „Als ich so alt war, wie ihr jetzt, hatte ich einen Trainer, dem stellten wir die gleiche Frage. Seine Antwort war: Ich hatte in euerm Alter einen Trainer, der erwartete von uns, dass wir das, was er uns beibrachte, weitergeben. Das ist die Geschichte der Menschheit.“

Idori-Training

Die Zielstellung eines Nachttrainings besteht in einer länger wirkenden mäßigen Reizsetzung, bei der absichtslos ein vorher festgelegtes Programm in konstanter Form über einen Zeitraum von

  • -6 Monaten mit mindestens 6 Einheiten über 30 Minuten
  • -3,5 Jahren mit mindestens 20 Einheiten länger als 2 Stunden
  • -7 Jahren mit mindestens 10 Einheiten länger als 4 Stunden
  • -15 Jahren mit mindestens 10 Einheiten länger als 6 Stunden

absolviert wird.

Dabei kann individuell oder in Gruppen trainiert werden.

Vor diesem Training muss man nicht ausgeruht sein, im Gegenteil, man trainiert, nachdem man alle anstehenden Tagesaufgaben erledigt hat. Trainiert jemand bis zur Erschöpfung ist das Dummheit (eigene Verantwortlichkeit) Es geht um einen Trainingsreiz in der Balance von Sympathikus und Parasympathikus.

Beendet man das Training, so geht man ohne große Ablenkung zum vorher vorbereiteten Liegeplatz und legt sich für mindestens 30 min schlafen.

 

Abschluss der Sommerbiathlonsaison 2019

Vielen Vereinen ist gemeinsam, Erfolge zu sammeln und es wird alles getan, dafür die Lorbeeren sprich Sieger zu rekrutieren. Der mck e.V. geht andere Wege. Das Karate als Hauptzweck dient lediglich dazu, dem einzelnen Mitglied eine Möglichkeit zu geben, Unbekanntes zu erobern. Als wirtschaftlicher Zweckbetrieb dient der Reha-Sport nach § 44 SGB IX von Krankenkassen bezahlter Sport. Unsere Dienstleistungen im Gesundheitssport betrachten wir als bezahlte Werbekosten. Der Ausgang ist und bleibt die Formulierung im Satzungszweck: das Kampfkunst-Karate der Linie von T. Kase. Diese Verbindung aus Kriegskunst und Gesundheitsbewegung, die auf 5.000 Jahre alten Erfahrungen beruht, ist eingebettet in Bewegungssysteme und unsere Aufbereitung und Adaption an die heutige Zeit sind unser Produkt.
Nur wenige werden Karateka-als sehr intelligenzintensive Bewegungsform auch nicht Jedermanns Sache. Deshalb beschäftigen sich nur einige Wenige mit dem tieferen Sinn und Inhalt dieser Kampfkunst. Sie sind unsere Trainer, Übungsleiter und auch Meister.
Ihre Aufgabe ist:
Unseren Mitgliedern und Kunden ein praktisches Konzept in die Hand zu geben, sich in einem 24 Stunden – Selbst – Mangagement all die Dinge erobern zu können, welche sie für ihren ganz persönlichen Lebensbereich brauchen oder wollen. Davon ist am wenigsten Karate!
So laufen heute einige Marathon, 100 km Gebirgsläufe, gehen Felsklettern und machen Überlebenstraining im Hochgebirge. Andere machen Karriere und nutzen das Gelernte.
Etwa ab 1970 entwickelten sich aus dem Karateverein bereits zu DDR Zeiten separate Klettergruppen mit Touren in der Tatra, Bulgarien, Rumänien und Kaukasus. Bis in den tiefsten Dschungel Südamerikas reichten die Aktivitäten, Südafrika und Kilimanjaro waren Eroberungen. Der Kontakt zu vielen Vereinen und Verbänden national und international ist dafür die Voraussetzung.
Die letzte Kooperation fand zwischen dem Referenten des Sommerbiathlon im Brandenburger Schützenverband Dr. Frank Braatz und W. Achilles anfang des Jahres statt.
Daraus realisierte sich bis heute Folgendes:
30.03.2019 LM Targetsprint des BSB in Groß Schönebeck
1. Platz und Landesmeister Damen III Sprint Kathrin Achilles SV Hönow e.V.
1. Platz und Landesmeister Herren IV Sprint Willfried Achilles SV Hönow e.V.
Teilnehmer offene Klasse mit guten Leistungen:
Dr. Horst Watzke (leider keine Anerkennung im Schützenverband)
Torsten Kühn (leider keine Anerkennung im Schützenverband)
In der offenen Klasse platzierte sich Dr. Horst Watzke vor W. Achilles in der Altersklasse Target Sprint. (also indirekter Landesmeister)
Beim Mix ( männl./weiblich) erreichte
Dr. Horst Watzke mit gewählter Partnerin im Target Sprint den 1. Platz
Kathrin und Willfried Achilles errangen den 2. Platz

19.05.2019 LM des BSB in Lübbenau:
1. Platz und Landesmeister Damen III Sprint Kathrin Achilles SV Hönow e.V.
Qualifikation Deutsche Meisterschaft
1. Platz und Landesmeister Herren IV Sprint Willfried Achilles SV Hönow e.V.
1. Platz und Landesmeister Massenstart Damen III Kathrin Achilles SV Hönow e.V.
1. Platz und Landesmeister Massenstart Herren IV Willfried Achilles SV Hönow e.V.
Offene Klasse Teilnehmer Alex Haferland

Unsere erste Vereinsmeisterschaft ohne Titel, Urkunden und Preise im Target Sprint LG war für alle Beteiligten ein voller Erfolg und wird bestimmt 2020 wieder gut besucht werden.

06. 07. 2019 LM des BSB in Senftenberg:
1. Platz und Landesmeister Damen III Sprint Kathrin Achilles SV Hönow e.V. / damit qualifiziert für Deutsche Meisterschaft
4. Platz Herren III Sprint Willfried Achilles SV Hönow e.V.
1. Platz und Landesmeister Damen III Massenstart Kathrin Achilles SV Hönow e.V.

Inhalt der Wettbewerbe ( Teilstrecken laufen und stehend frei / liegend schießen) siehe Sportordnung Teile O und 8 Sommerbiathlon DSB.

Über die Teilnehmerzahl und Meistertitel kann gelächelt werden.
Die Tatsache steht im Raum, dass es ca. 2-3000 Schützen in Brandenburg gibt, die nicht laufen können und etwa 3-5000 Brandenburger Läufer, die nicht schießen können. Erwähnenswert ist auch:
Alle unsere Teilnehmer dürften bereits nach Sportordnung des DSB aufgelegt und in spezieller Kleidung zur Stabilität, einige sogar sitzend über 10m LG und 50 m KK ihre Wettkämpfe bestreiten. Das besondere beim Sommerbiathlon:

Alle Wettkämpfer ohne Ansehen der Person (Altersklasse) schiessen stehend frei und liegend ohne Auflage! Nach 400 Meter bzw. bis 1.200 Meter laufen (das ganze 3 – 4 mal) dazwischen die Klappscheiben zu treffen erfordert schon eine gute allg. Ausbildung!
Für die Förderung der eigenen Gesundheit eine sehr glückliche Kombination.

Willfried Achilles, Vorsitzender MCK e.V. / Mitglied SV Hönow e.V. / WKC / ISKS /DAV
im Juli 2019